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  <title>Aktuelles</title>
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      Hier finden Sie Neuigkeiten aus der DIG-München sowie Nachrichten und News rund um unsere Themenbereiche.

    
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  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/201efreiheit-fuer-deutschland-und-palaestina201c">
    <title>„Freiheit für Deutschland und Palästina“</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/201efreiheit-fuer-deutschland-und-palaestina201c</link>
    <description>Am 24. Februar will der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog den Bethlehemer Pastor Mitri Raheb mit dem Deutschen Medienpreis auszeichnen. Raheb habe sich für die Verständigung von Christen, Juden und Moslems eingesetzt, heißt es in der Begründung. Zahlreiche jüdische Verbände protestieren. Der Antisemit ist auch in Markt Schwaben bei München bestens bekannt.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Der palästinensische Pastor Raheb verbreitet Rassismus, Hetze und  Verdrehung theologischer Lehren, befand der Jerusalemer Historiker  Malcolm Lowe. 2010 soll Raheb geäußert haben, bei einem DNA-Vergleich  zwischen König David, Jesus und ihm gäbe es „eine gemeinsame Spur“,  während diese beim israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu nicht zu  finden sein werde. Daher seien die Palästinenser die wahren Nachfahren  des biblischen Volkes Israel während Israel vielmehr den römischen  Besatzern entspreche, die Jesus ans Kreuz genagelt hätten,<a href="http://www.juedische-allgemeine.de/article/print/id/12278"> berichtet</a> Ulrich Sahm in der <i>Jüdischen Allgemeinen</i> über die rassistische Befreiungstheologie des Preisträgers in spe. Der  Weinheimer Theologe Albrecht Lohrbächer resümiert: „Da wir uns in  unserer Arbeit in Israel und auch hier seit Jahren regelmäßig mit  falschen Aussagen, mit nationalistischer Theologie (à la Deutsche  Christen) und als Folge davon mit der daraus entstandenen Hetze gegen  Israel und der systematisch betriebenen Delegitimation Israels durch  Mitri Raheb auseinandersetzen (müssen), kann ich dieser Ehrung wegen nur  Widerspruch einlegen“, berichtet Sahm <a href="http://www.israelnetz.com/themen/nachrichten/artikel-nachrichten/datum/2012/01/25/kritik-an-ehrung-von-mitri-raheb/"><i>Israelnet</i></a>.</p>
<p><b>Poltische Inhalte religiös aufgeladen</b><br /> Die Tätigkeitsfelder von Pastor Raheb sind neben seinem  Missionierungsprojekt in Bethlehem, das seinem Selbstverständnis nach  Christinnen und Christen zum „<a href="http://www.marktschwaben-evangelisch.de/partnerschaft/bethlehem.html">Bleiben und zur Rückkehr in ihre (!) Stadt</a>“  ermuntern soll, die evangelische Gemeinde im beschaulichen Markt  Schwaben bei München. Schon im Jahre 2005 trug Raheb sich im Beisein des  Bürgermeisters in das <a href="http://www.marktschwaben-evangelisch.de/download/raheb,marktschwaben.pdf">Goldene Buch der Gemeinde</a> ein. Regelmäßig werden die Grußbotschaften des Geistlichen in der  evangelischen Gemeinde verlesen und pünktlich zu Weihnachten seine  „Glasengel“ auf der Website der Kirche beworben. Der <a href="http://www.marktschwaben-evangelisch.de/partnerschaft/glas,holz,bethlehem.html">Werbetext von Raheb</a> zu den Glasengeln macht bereits einen gefährlichen Dreh deutlich. Raheb  versteht es nämlich, politische Botschaften religiös aufzuladen:</p>
<blockquote>
<p>„Diese Engel sind aus Glas gemacht und zwar aus Scherben  weggeworfener Flaschen und aus Glassplittern von Fenstern, die bei der  israelischen Invasion von Bethlehem zerstört wurden. Menschliche Hände  suchten sie aus Schutt heraus. Von den Ärmsten der Armen der Bethlehemer  Region wurden sie gesammelt […] Die zerbrochenen Glasstücke sind ein  Zeichen der Zerbrechlichkeit und der Verwundbarkeit der Welt. Es ist der  Grund der Fleischwerdung Gottes.“</p>
</blockquote>
<p>Dass ausgerechnet Raheb zur Verständigung zwischen Christen, Juden  und Moslems ausgezeichnet werden soll, ist verwunderlich, weil der  palästinensische Pastor in der Regel keinen Zweifel bestehen lässt,  darüber, dass er das Christentum allen anderen Religionen voran für die  moralisch überlegene Religion hält. Nach seinen „Erfahrungen bei der 2.  Intifada“ fasste Raheb bei einer <a href="http://www.marktschwaben-evangelisch.de/partnerschaft/bethlehem.html">Buchvorstellung in Markt Schwaben</a> zusammen: „Was uns als Christen von den Juden und Muslimen  unterscheidet, ist das Gebot der Friedensliebe“, ist der Website der  christlichen Gemeinde zu entnehmen. Im Rahmen eines Sonntagsgottesdienst  in Bethlehem gab der Pastor einer deutschen Reisegruppe außerdem zu  verstehen: „Ich hoffe auf einen islamischen Reformator, der unsere  Mitmenschen von ihrer Angstreligion befreit.“ (<a href="http://www.marktschwaben-evangelisch.de/download/partnerschaft/tagebuch2009,bethl2.pdf">Seite 14</a>)</p>
<p><b>„Uns [selbst] zu Opfern zu machen, ist zu wenig“ (Raheb)</b><br /> Rahebs starke Bindung zu Markt Schwaben bei München hat er Pfarrer  Karl-Heinz Fuchs zu verdanken, Oberhaupt der evangelischen Gemeinde im  Örtchen. Sie beide sind leitende Funktionäre im <a href="http://www.foerderverein-bethlehem.de/">Förderverein Bethlehem Akademie Dar al-Kalima</a>,  einer Einrichtung zur Christianisierung des „künftigen Palästinas“.  Neben der Errichtung von religiösen Zentren besteht ihre Hauptaufgabe  darin, evangelische Gemeindemitglieder aus Markt Schwaben ins  „open-air-Gefängnis Bethlehem“ (<a href="http://www.marktschwaben-evangelisch.de/download/partnerschaft/bethlehem,2010,einweihung/2010,weihnachtsgruss,troester.doc">Weihnachtsgruß Dar al-Kadlima 2010</a>)  zu transportieren und tagelang einer sehr einseitigen Beschallung  auszuliefern, um ihre Spendenbereitschaft zu fördern. Nach dem  ausgiebigen Pflanzen von Bäumen, Märschen entlang dem israelischen  Schutzwall, Predigten von Pastor Raheb und Gesprächen mit Suleiman Abu  Dayyeh („Historisch gesehen haben wir kein Problem mit Juden. Wir haben  ein Problem mit ihrer Politik“ (<a href="http://www.marktschwaben-evangelisch.de/download/partnerschaft/tagebuch2006,bethl.pdf">Dayyeh, Seite 11</a>) sind die Teilnehmenden dann soweit.</p>
<p>In Tagebüchern und Zeitungsberichten veröffentlichen sie nach ihrer  Rückkehr die gesammelten Eindrücke ihrer Reise. Israel betreibe eine  „schleichende Vernichtung der Palästinenser“, möchte ein Teilnehmer  festgestellt haben (<a href="http://www.marktschwaben-evangelisch.de/download/partnerschaft/tagebuch2006,bethl.pdf">Seite 31</a>).  „Es ist kaum zu glauben, wie dreist sich die Israeli in  palästinensische Gebiete einschleichen!“ berichtet eine andere  Teilnehmerin <a href="http://www.marktschwaben-evangelisch.de/download/partnerschaft/bethlehem%202010,falke,6.5.10.pdf">empört</a> dem <i>Markt Schwabener Falken</i> 2010. Rahel-Roni Hammermann kommt hingegen gut weg, weil: „An Roni  Hammermann gefällt mir, dass sie versucht, ihrem jüdischen Volk die  Missstände klar zu machen“ (<a href="http://www.marktschwaben-evangelisch.de/download/partnerschaft/tagebuch2009,bethl2.pdf">Seite 17</a>).</p>
<p><b>Randnotiz aus aktuellem Anlass: Wulff</b><br /> Der Verein „Dar al-Kalima“ und der ehemalige Bundespräsident Wulff... weiterlesen <a class="external-link" href="http://schlamassel.blogsport.de/2012/02/18/freiheit-fuer-deutschland-und-palaestina/">hier</a>.</p>
<p>Quelle: <a class="external-link" href="http://schlamassel.blogsport.de/">Schlamassel Muc</a></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Torsten Weber</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>Presse</dc:subject>
    
    
      <dc:subject>Antisemitismus</dc:subject>
    
    <dc:date>2012-02-21T19:49:58Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/in-verantwortung-fuer-den-anderen-60-jahre-woche-der-bruederlichkeit">
    <title>"In Verantwortung für den Anderen": 60 Jahre Woche der Brüderlichkeit</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/in-verantwortung-fuer-den-anderen-60-jahre-woche-der-bruederlichkeit</link>
    <description>Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit München veranstaltet vom 11.–18. März die Woche der Brüderlichkeit.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Das komplette Programm finden Sie <a class="external-link" href="http://gcjz-m.de/index.php?id=109">hier</a></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Torsten Weber</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-02-19T14:22:10Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/zum-dritten-mal-juedische-filmtage-in-muenchen">
    <title>Zum dritten Mal: Jüdische Filmtage in München</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/zum-dritten-mal-juedische-filmtage-in-muenchen</link>
    <description>Die mittlerweile 3. Jüdischen Filmtage finden vom 4.–7. März im Gasteig statt.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Die Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition richtet zum dritten Mal die Jüdischen Filmtage aus. Das komplette Programm finden Sie <a class="external-link" href="http://juedischekulturmuenchen.de/">hier</a><img src="http://www.dig-muenchen.de/Gesellschaft_zur_Foerderung_juedischer_Kultur.jpg" alt="" class="image-right" title="" /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Torsten Weber</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-02-19T14:14:41Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/raheb-ist-kein-friedensstifter-preisverleihung-an-palaestinensischen-theologen-heftig-umstritten-pressemitteilung-der-dig">
    <title>"Raheb ist kein Friedensstifter" Preisverleihung an palästinensischen Theologen heftig umstritten - Pressemitteilung der DIG</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/raheb-ist-kein-friedensstifter-preisverleihung-an-palaestinensischen-theologen-heftig-umstritten-pressemitteilung-der-dig</link>
    <description>Berlin. Die geplante Verleihung des deutschen Medienpreises an den Bethlehemer
Pastor Mitri Raheb ist in weiten Teilen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft auf
Ablehnung und heftige Kritik gestoßen.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p> </p>
<div id="_mcePaste">Berlin. Die geplante Verleihung des deutschen Medienpreises an den Bethlehemer</div>
<div id="_mcePaste">Pastor Mitri Raheb ist in weiten Teilen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft auf</div>
<div id="_mcePaste">Ablehnung und heftige Kritik gestoßen.</div>
<div></div>
<div id="_mcePaste">Wie der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe, erklärte, formiere</div>
<div id="_mcePaste">sich in weiten Teilen der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und auch in den Reihen der</div>
<div id="_mcePaste">Freundschaftsgesellschaften erheblicher Widerspruch gegen die für Ende Februar geplante</div>
<div id="_mcePaste">Verleihung des "Deutschen Medienpreises" an den Theologen Raheb.</div>
<div id="_mcePaste">Insbesondere die Tatsache, dass Raheb ganz wesentlich verantwortlich sei für das</div>
<div id="_mcePaste">sogenannte Kairos-Papier, werfe die Frage auf, weshalb für den Medienpreis keine</div>
<div id="_mcePaste">geeignetere Persönlichkeit gefunden werden konnte, betonte DIG-Präsident Robbe. Dem</div>
<div id="_mcePaste">palästinensischen Pastor würden Rassismus und Hetze sowie eine Verdrehung</div>
<div id="_mcePaste">theologischer Lehre vorgeworfen. Gegen Raheb würden immer mehr Vorwürfe laut, die es</div>
<div id="_mcePaste">dem Altpräsidenten Professor Herzog sehr schwer machten dürften, seine Beteiligung an der</div>
<div id="_mcePaste">Preisverleihung für jedermann plausibel zu machen. Auch wenn es guter Brauch sei, sich</div>
<div id="_mcePaste">nicht in die Angelegenheiten von Organisationen einzumischen, die einen derartigen Preis</div>
<div id="_mcePaste">vergeben wollten, so sei es die Pflicht der Israel-Freunde, auch auf die bestehenden</div>
<div id="_mcePaste">Schattenseiten der diesjährigen Preisvergabe in aller Deutlichkeit hinzuweisen.</div>
<div id="_mcePaste">15.2.2012</div>
<p>Berlin. Die geplante Verleihung des deutschen Medienpreises an den BethlehemerPastor Mitri Raheb ist in weiten Teilen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft aufAblehnung und heftige Kritik gestoßen.Wie der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe, erklärte, formieresich in weiten Teilen der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und auch in den Reihen derFreundschaftsgesellschaften erheblicher Widerspruch gegen die für Ende Februar geplanteVerleihung des "Deutschen Medienpreises" an den Theologen Raheb.Insbesondere die Tatsache, dass Raheb ganz wesentlich verantwortlich sei für dassogenannte Kairos-Papier, werfe die Frage auf, weshalb für den Medienpreis keinegeeignetere Persönlichkeit gefunden werden konnte, betonte DIG-Präsident Robbe. Dempalästinensischen Pastor würden Rassismus und Hetze sowie eine Verdrehungtheologischer Lehre vorgeworfen. Gegen Raheb würden immer mehr Vorwürfe laut, die esdem Altpräsidenten Professor Herzog sehr schwer machten dürften, seine Beteiligung an derPreisverleihung für jedermann plausibel zu machen. Auch wenn es guter Brauch sei, sichnicht in die Angelegenheiten von Organisationen einzumischen, die einen derartigen Preisvergeben wollten, so sei es die Pflicht der Israel-Freunde, auch auf die bestehendenSchattenseiten der diesjährigen Preisvergabe in aller Deutlichkeit hinzuweisen.</p>
<p>15.2.2012</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Stefan Stautner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>Presse</dc:subject>
    
    
      <dc:subject>Pressemitteilung</dc:subject>
    
    <dc:date>2012-02-17T11:10:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/veranstaltungsreihe-zum-globalen-antisemitismus-erfolgreich-beendet">
    <title>Veranstaltungsreihe zum globalen Antisemitismus erfolgreich beendet.</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/veranstaltungsreihe-zum-globalen-antisemitismus-erfolgreich-beendet</link>
    <description>Erklärung des Vorstands der DIG München zur Veranstaltungsreihe "Ein 'Gefühl', das verbindet – Antisemitismus in einer globalisierten Welt"</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Wir haben uns als Vorstand der Deutsch-Israelischen Gesellschaft München entschlossen, eine Serie von Vorträgern zu organisieren und zu diskutieren, die beispielhafte antisemitische Vorurteile und stereotype Vorstellungen über Juden sowie deren heutige Relevanz und Wirkungsweise zum Thema hatten.</p>
<p>Mit ca. 500 Besucherinnen und Besuchern können die durchführenden Partner, das Jüdische Museum München, die DIG München sowie das DGB Bildungswerk Bayern, sehr zufrieden sein. Aber auch inhaltlich haben wir alle, so glauben wir, eine interessante und lehrreiche Bandbreite von Themen und Vorträgen gehört.</p>
<p>Denn: wer als Freund und Unterstützerin Israels konsequent arbeiten will, muss sich, so unsere Überzeugung, mit dem Antisemitismus in jeglicher Form auseinandersetzen, ihn erkennen, analysieren, bekämpfen.</p>
<p>Wir wollten und wir wollen dazu beitragen, dieser fatalen und gefährlichen Geisteshaltung Einhalt zu gebieten. Dort, wo Unwissenheit oder Naivität Ursache dieser Haltung ist, kann Information und Diskussion das geeignete Mittel der Aufklärung sein. Aber: machen wir uns nichts vor. In den heutigen Informationsgesellschaften wäre das nötige Wissen problemlos verfügbar.</p>
<p>Wenn es nicht genutzt wird, haben wir es oft genug mit ideologisch aufgeladenen Projektionen des Hasses zu tun.</p>
<p>Der Staat Israel, und hier schließt sich der thematische Kreis, bietet seinen Bürgerinnen und Bürgern seit nunmehr über 60 Jahren Schutz, wenn sich dieser Hass in Vernichtungswillen steigert.</p>
<p>In Kürze finden Sie die entsprechenden Audioaufnahmen der einzelnen Veranstaltungen hier auf der Webseite.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Torsten Weber</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>Antisemitismus</dc:subject>
    
    <dc:date>2012-02-15T17:25:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/3.-juedische-filmtage-in-muenchen-vom-12.-bis-24.-januar-2012">
    <title>3. Jüdische Filmtage in München vom 12. bis 24. Januar 2012</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/3.-juedische-filmtage-in-muenchen-vom-12.-bis-24.-januar-2012</link>
    <description>Vom 12. bis 24. Januar 2012 finden im Jüdischen Gemeindezentrum am St.-Jakobs-Platz bereits zum dritten Mal die Jüdischen Filmtage in München statt. Gezeigt werden zwei Dokumentar- und drei Spielfilme.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Zum Programm: <a class="external-link" href="http://www.ikg-m.de/judische-filmtage-in-munchen/">www.ikg-m.de</a></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Torsten Weber</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>Kultur</dc:subject>
    
    <dc:date>2012-01-10T18:05:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/antisemitenraten">
    <title>Antisemitenraten</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/antisemitenraten</link>
    <description>Der Obermufti des „Aktionsbündnisses gegen die NATO-Sicherheitskonferenz“, Claus Schreer, plädiert in seinem neuen Aufruf für einen proiranischen Kurs. Ein NPD-Funktionär stellt im Münchner Stadtrat am selben Tag den Antrag, Teheran eine Städtepartnerschaft anzubieten. Und einen Tag später veröffentlicht ein Konglomerat aus u.a. Mitgliedern des Bundestages einen Aufruf gegen die Sanktionen gegen den Iran. Ein Ratespiel.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Einiges spricht dafür, dass die Vertreter der Islamischen Republik  Iran derzeit an der Vollendung von Hitlers Lebenswerk arbeiten: Der  israelbezogene Antisemitismus, wonach das jüdische Gemeinwesen Israel  ein Krebsgeschwür sei, das aus der Welt herausgeschnitten werden müsse,  wird von iranischen Verantwortlichen regelmäßig aktualisiert. Die  Drohungen sind ernst zu nehmen. Das Regime scheut die Konfronation mit  militärisch hoch gerüsteten Nationen sowie Opfer auch in den eigenen  Reihen nicht. Beim Krieg gegen den Irak wurden von den iranischen  Machthabern tausende Märtyrer-Kinder auf Minenfelder geschickt, um sich  darüber zu rollen und auf diese Weise die verborgenen Minen zu räumen –  mit einem Plastikschlüssel um den Hals für die Pforte ins Paradies. Eine  halbe Million dieser Schlüssel wurde gefertigt, soviel war man bereit,  Kinder zu opfern.</p>
<p>Das Regime ist verrückt genug, um Ungeheuerliches zu leisten. Es  hält sich für die irdische Vertretung des „zwölften Imams“; mit den  Pasdaran verfügt es über zu allem fähige Vollstrecker und mit der  Hisbollah über eine schwer bewaffnete Armee an der nördlichen Grenze  Israels. Eingedenk dieser Gemengelage ist es eine kaum erträgliche  Wahrscheinlichkeit, ein solches Regime könnte darüber hinaus in Besitz  von Atomwaffen gelangen. Antisemitinnen und Antisemiten – ob sie sich  ihren Antisemitismus nun selbst eingestehen wollen oder nicht – wünschen  sich hingegen einen atomar aufgerüsteten Iran oder möchten ihn auf  seinen Weg dahin zumindest nicht eingebremst wissen. Die Mörder  verschanzen sich hinter dem Ruf nach Frieden, bemerkte schon Paul  Spiegel, womit der ehemalige Zentralrat der Juden in Deutschland  zweifelsfrei Recht behält. Nur hinter welchem Ruf nach Frieden verbirgt  sich wer? Ein Ratespiel: Welche Quelle gehört zu welchem Textfragment?</p>
<p>zum Ratespiel hier klicken: <a class="external-link" href="http://schlamassel.blogsport.de/2012/01/08/antisemitenraten/">http://schlamassel.blogsport.de</a></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Torsten Weber</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>Antisemitismus</dc:subject>
    
    <dc:date>2012-01-09T18:40:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/im-silicon-valley-israels">
    <title>Im Silicon Valley Israels</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/im-silicon-valley-israels</link>
    <description>Nirgends auf der Welt werden so viele erfolgreiche Start-ups gegründet wie in Israel. Was macht die jungen Israelis so gründungsfreudig?</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Das neue Silicon Valley liegt im Nahen Osten, in der Metropolregion Tel  Avivs. Hier gibt es die meisten Patentanmeldungen in der westlichen  Welt, 40 Prozent davon in der IT-Branche und die meisten  Start-up-Unternehmen im Hochtechnologiebereich überhaupt. Über zwei  Milliarden Euro erwirtschaften die jungen israelischen Unternehmen mit  Exporten der Softwareindustrie. Kein Wunder, dass Aufbruchstimmung bei  den Jungunternehmern herrscht.</p>
<p>Lesen Sie bitte hier weiter: <a class="external-link" href="http://www.zeit.de/karriere/beruf/2012-01/israel-start-ups">www.zeit.de</a></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Torsten Weber</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>Wirtschaft</dc:subject>
    
    
      <dc:subject>Israel, Sport</dc:subject>
    
    <dc:date>2012-01-09T18:30:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/25.-juedische-kulturtage-muenchen">
    <title>25. Jüdische Kulturtage München, 12.–22. November.</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/25.-juedische-kulturtage-muenchen</link>
    <description>Die Jüdischen Kulturtage München 2011 begehen ihr Jubiläum mit einem Kaleidoskop jüdischer Kulturen</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><img src="http://www.dig-muenchen.de/Gesellschaft_zur_Foerderung_juedischer_Kultur.jpg" alt="" class="image-left" title="" /></p>
<p><span><span><span>Mit ihrem  	Jubiläumsprogramm möchte die Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und  	Tradition e. V. einen Querschnitt dessen auf die Bühne bringen, was jüdische  	Kultur an Vielfalt und Internationalität, an Tradition, aber auch an  	künstlerischer Innovation auszeichnet und das Veranstaltungsangebot der  	Jüdischen Kulturtage München in den letzten 25 Jahren geprägt hat.</span></span></span></p>
<p><span><span><span>Zum Programm bitte <a class="external-link" href="http://juedischekulturmuenchen.de/dreiframe.htm">hier klicken...</a><br /></span></span></span></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Torsten Weber</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-11-01T13:45:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/stellungnahme-der-dig-zur-geplanten-abstimmung-in-der-un">
    <title>Stellungnahme der DIG zur geplanten Abstimmung in der UN</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/stellungnahme-der-dig-zur-geplanten-abstimmung-in-der-un</link>
    <description>Die Deutsch-Israelische Gesellschaft ist besorgt über die gefährliche Zuspitzung der Lage rund um Israel: die Umwälzungen und Unsicherheiten in der arabischen Welt, die Abkehr der Türkei von den gut nachbarschaftlichen Beziehungen und die anhaltende Bedrohung durch den Iran.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<div class="column">
<p><span>Entschließung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft </span></p>
<p><span>Die Deutsch-Israelische Gesellschaft ist besorgt über die gefährliche Zuspitzung der Lage rund um Israel: die Umwälzungen und Unsicherheiten in der arabischen Welt, die Abkehr der Türkei von den gut nachbarschaftlichen Beziehungen und die anhaltende Bedrohung durch den Iran. </span></p>
<p><span>Die einseitige Proklamation eines palästinensischen Staates würde die Konflikte nicht beruhigen, sondern im Gegenteil schüren und die Gefahr einer Eskalation in der gesamten Region bergen. </span></p>
<p><span>Die Deutsch-Israelische Gesellschaft ist der festen Überzeugung, dass das Ziel zweier demokratischer Staaten ausschließlich über direkte Verhandlungen erreicht werden kann. </span></p>
<p><span>Wenn eine gemeinsame Stellungnahme der EU ausbleibt, dann erwarten wir von der Bundesregierung, dass sie in der UN-Vollversammlung die deutsche Verantwortung wahrnimmt und diese Position vertritt. </span></p>
<p><span>Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. Berlin, den 21. September 2011</span></p>
<p> </p>
<p>Gute Informationen zu diesem Thema bietet die Analyse der AJC unter diesem <a class="external-link" href="http://www.ajcgermany.org/atf/cf/{46AEE739-55DC-4914-959A-D5BC4A990F8D}/AJC%20Analyse%20-%20Analyse%20zur%20Aufnahme%20Palästinas%20in%20die%20UN_20110922.pdf">Link</a>!</p>
</div>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Stefan Stautner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-09-23T13:25:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/aktuelles/ein-gefuehl-das-verbindet-antisemitismus-in-einer-globalisierten-welt">
    <title>Ein „Gefühl“, das verbindet: Antisemitismus in einer globalisierten Welt</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/aktuelles/ein-gefuehl-das-verbindet-antisemitismus-in-einer-globalisierten-welt</link>
    <description>Veranstaltungsreihe der DIG München zu zeitgenössischen Erscheinungsformen des Antisemitismus</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Wird in Deutschland über Antisemitismus gesprochen, steht meist die Zeit vor 1945 im Blickpunkt. Wir wollen aufzeigen, dass der Untergang des Nationalsozialismus nicht zum Untergang dieser Geisteshaltung führte und dass sie nicht auf Deutschland oder Europa beschränkt war und ist. <b>Von Oktober 2011 bis Februar 2012</b> laden wir im ca. 14tägigen Rhythmus zu Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen ein. Gemeinsam mit unseren Referentinnen und Referenten und in Kooperation mit dem Jüdischen Museum München wollen wir darlegen, auf welch verschiedene Weisen antisemitische Vorurteile geäußert und stereotype Vorstellungen reproduziert wurden und werden, wie die Strategien antisemitischer oder antizionistischer Gruppen aussehen und wie diese gesellschaftlich zu verorten sind.<br />Das bedeutet nicht notwendigerweise, dass all jene, die sich antisemitisch äußern einem gemeinsamen Masterplan folgen. Eine globalisierte Welt lässt es durchaus zu, dass Menschen, die sich nicht kennen und vielleicht auch nicht mögen, den gleichen Gedanken teilen. Das ändert jedoch nichts daran, dass derartige Einstellungen und Weltsichten zu analysieren und entschieden zu kritisieren sind – ohne „Wenn“ und „Aber“.</p>
<p><b>Das Gesamtprogramm finden Sie <a href="http://www.dig-muenchen.de/aktuelles/copy_of_Flyer_alle_Termine.pdf" class="internal-link"><span class="internal-link">hier</span></a>,</b> näheres zu den einzelnen Veranstaltungen unter "Termine".</p>
<p>Die Veranstaltungen finden im Jüdischen Museum München, St.-Jakobs-Platz 16 statt soweit nicht ein anderer Veranstaltungsort angegeben ist. Beginn 19:30 Uhr. <br />Eintritt jeweils 6 €/erm. 3 €. Reihenticket für alle Veranstaltungen 30 €/erm. 15 €. Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Torsten Weber</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-08-28T18:40:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/aktuelles/israels-mittel-auf-stand-bringt-in-der-groessten-demonstration-der-geschichte-israels-fuenf-prozent-der-gesamtbevoelkerung-auf-die-strasse">
    <title>Israels Mittel(auf)stand bringt in der größten Demonstration der Geschichte Israels fünf Prozent der Gesamtbevölkerung auf die Straße</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/aktuelles/israels-mittel-auf-stand-bringt-in-der-groessten-demonstration-der-geschichte-israels-fuenf-prozent-der-gesamtbevoelkerung-auf-die-strasse</link>
    <description>Seit Wochen reißen die Sozialproteste im Land nicht ab: Studenten, Rentner, Eltern, Ärzte, Lehrer, Sozialarbeiter, alleinerziehende Mütter, aber auch Moshe Normalverbraucher wollen einfach nicht mehr: obwohl die Wirtschaftsdaten Israels außergewöhnlich gut sind, das Wachstum mit fast 5% robust, die Arbeitslosigkeit mit 5,7% ein historisches Tief und die Devisenreserven mit 70 Milliarden USD ein Allzeithoch erreicht haben, die Steuereinnahmen der Regierung weit über den Erwartungen liegen und die Erdgasfunde vor der Küste eine maßgebliche Entspannung in der Energieversorgung versprechen, sind die Lebenshaltungskosten dermaßen horrend, dass auch bei zwei Einkommen pro Familie kaum einer aus den roten Zahlen kommt.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p class="bodytext">Eine Analyse von Grisha Alroi-Arloser, <a class="external-link" href="http://israel.ahk.de/">AHK Israel</a>:</p>
<p class="bodytext">Weitreichende <b><i>Privatisierungen</i></b>, die Aufhebung von <b><i>Preiskontrollen</i></b> und die problematische Nähe zwischen Politik und wenigen <b><i>superreichen Familien</i></b> haben im vergangenen Jahrzehnt, vor allem aber seit Amtsantritt der  zweiten Netanyahu-Regierung zu einer Kostenexplosion geführt, die dem  Großteil der israelischen Bevölkerung die <b><i>Früchte der positiven Wirtschaftsentwicklung vorenthalten</i></b>.  Bei einem Durchschnittseinkommen von umgerechnet 1.500 EUR sind Mieten  von 800 EUR und mehr nicht bezahlbar. Kindertagesstätten – unabdingbare  Voraussetzung, wenn beide Eltern arbeiten – kosten pro Kind gut und  gerne 500 EUR. Das einst stark sozialistisch geprägte Israel hat sich  zur wohl <b><i>ungleichheitlichsten Gesellschaft unter den OECD-Staaten</i></b> entwickelt.</p>
<p class="bodytext">Begonnen hatte es mit dem ersten <b><i>Verbraucherboykott</i></b> in der Geschichte Israels vor sechs Wochen. Der Preis für 200 Gramm  Hüttenkäse hatte 1,55 Euro überschritten, und über das Internet wurde zu  einem Boykott aufgerufen. Einige Wochen später begannen junge Leute  zuerst in Tel Aviv, wenig später im ganzen Land <b><i>Zeltlager</i></b> aufzuschlagen, um gegen die <b><i>unerschwinglichen Mietpreise</i></b> und die Unmöglichkeit, irgendwann Wohneigentum zu erwerben zu  protestieren. Zulauf erhielten sie von den verschiedensten  Protestgruppen, wobei es keiner politischen Partei gelang, sich vor den  Karren zu spannen. Auch der Vorsitzende des Gewerkschaftsdachverbandes  wurde nicht als Katalysator akzeptiert. Dem Protest schlossen sich Linke  und Rechte, orientalische und ashkenasische Juden, Alteingesessene und  Neueinwanderer, Araber und Drusen, Siedler und Orthodoxe, Junge und Alte  an. Gestern Abend erreichte die Bewegung ihren vorläufigen Höhepunkt:  350.000 Menschen gingen landesweit auf die Straße, in Tel Aviv allein  waren es über eine Viertel Million. Beliebte Künstler zeigten sich  solidarisch und traten vor einem Meer aus Plakaten auf. Zur Hymne wurde  der Refrain eines Lieds von Shlomo Artzi: <b><i>„Eines Morgens richtet sich das Volk auf und macht sich auf den Weg.“</i></b></p>
<p class="bodytext">Die <b><i>Netanyahu-Regierung</i></b> ist sichtlich  nervös: Schnellschüsse, Beschuldigungen, Solidaritätsbekundungen und  Untersuchungsausschüsse wechseln einander ab. Aus der Vielstimmigkeit  des Protests kristallisieren sich 10 Forderungen heraus:</p>
<ol>
<li><b><i>Privatisierungsstopp</i></b></li>
<li><b><i>Herabsetzung der Mehrwertsteuer um 3% pro Jahr von heute 16% auf letztendlich 7%</i></b></li>
<li><b><i>Einführung einer Erbschaftssteuer auf Nachlässe über 600.000 EUR</i></b></li>
<li><b><i>Wiedereinführung der Preiskontrolle für Heizöl, Gas und Lebensmittel</i></b></li>
<li><b><i>Einrichtung einer Mitpreisaufsichtsbehörde</i></b></li>
<li><b><i>Begrenzung der Anzahl von Schülern pro Klasse auf 21</i></b></li>
<li><b><i>Kostenlose  Kindertagesstätten ab dem 3 Lebensmonat und landesweite Einführung der  Ganztagsschule bis 17:00 Uhr, einschließlich einer warmen Mahlzeit</i></b></li>
<li><b><i>50% Subvention der öffentlichen Verkehrsmittel für alle</i></b></li>
<li><b><i>Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 50% des Durchschnittseinkommens</i></b></li>
<li><b><i>Einführung einer 3jährigen Karenzzeit für Beamte des Finanzministeriums, bevor sie in die Privatwirtschaft wechseln dürfen</i></b></li>
</ol>
<p class="bodytext"> </p>
<p class="bodytext">Nicht nur angesichts der dramatischen  Wirtschaftsentwicklungen in den USA und in Europa wäre die Durchsetzung  sogar eines Teils dieser Forderungen mit unverantwortlichen Mehrkosten  verbunden. Möglich ist ein derartiger <b><i>Paradigmenwechsel</i></b> nur dann, wenn die <b><i>nationale Prioritätenordnung</i></b> verändert wird: kein Geld mehr für den <b><i>Siedlungsbau</i></b>, stattdessen Errichtung von erschwinglichen Sozialwohnungen im Kernland; keine Investitionen in die Infrastruktur der <b><i>besetzten Gebiete</i></b>, stattdessen Subvention des öffentlichen Verkehrs; keine Milliardengeschenke an die <b><i>Orthodoxen</i></b>, stattdessen eine einschneidende <b><i>Reform des säkularen Schulwesens</i></b>; Reduzierung des Verteidigungshaushalts um 5 Prozentpunkte bei gleichzeitiger Senkung des Mehrwertsteuersatzes.</p>
<p class="bodytext">Noch werden diese Zusammenhänge nicht aufgezeigt,  noch ist die Protestbewegung mehr oder weniger unpolitisch. Aber sehr  bald wird die nicht mehr schweigende Mehrheit deutlich fordern, die <b><i>unumgängliche Neuordnung der Prioritäten</i></b> vorzunehmen. Netanyahu ist dazu ideologisch nicht imstande. Auch wenn  die jetzige Koalition der politischen Trägheit stabil erscheint, wird  die Protestbewegung Israels politische Landschaft auf Dauer verändern.</p>
<p class="bodytext">Nicht der Frieden, nicht die Aussöhnung mit den  Palästinensern, nicht die Siedlungspolitik waren in der Lage, die Massen  zu mobilisieren. <b><i>„It´s the economy, stupid“</i></b>, rufen die  Israelis heute ihrem Regierungschef zu. Dass ihre berechtigten  Forderungen aber von enormer außen-, friedens- und  sicherheitspolitischer Brisanz sind, hat er bereits begriffen.<a name="_GoBack"></a></p>
<p class="bodytext">Tel Aviv, August 2011</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Torsten Weber</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-08-24T15:18:07Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/aktuelles/ueber-den-antisemiten-der-fuer-israel-partei-ergreift-methode-breivik">
    <title>Über den Antisemiten, der für Israel Partei ergreift: Methode Breivik</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/aktuelles/ueber-den-antisemiten-der-fuer-israel-partei-ergreift-methode-breivik</link>
    <description>„Ist’s Wahnsinn auch, so hat es doch Methode“ – so lautet das Shakespeare-Zitat, das vielen jetzt zur unausdenkbar grausamen Tat von Oslo einfallen mag, sobald sie einen Blick in das 1500seitige Manifest des Täters geworfen haben…
Von Gerhard Scheit (http://www.hagalil.com/archiv/2011/08/03/breivik-2/</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p style="padding-left: 0px; ">Die Linken ergreifen die Gelegenheit, von der Tat und vom Leid selbst sich gleich wieder abzuwenden: Dem gesunden Hausverstand, den Freerk Huisken besitzt, erscheint die Methode dieses Wahnsinns nämlich völlig identisch mit der, als ganz normal angesehenen Methode rechter Politiker, „die Kriege gegen islamisch geführte Staaten anzetteln (…) und den Anhängern des in Terrorismusverdacht geratenen Glaubens in den europäischen Metropolen per Staatsgewalt – z.B. durch Bourka- bzw. Kopftuchverbot – die Schönheiten und Herrlichkeiten der europäische Kultur aufzwingen“. Die imperialistischen Politiker hätten es dabei nur „nicht nötig, dafür in Hinterhöfen aus Dünger Bomben zu basteln. Diese und vieles andere liefert die internationale Rüstungsindustrie den Damen und Herren, die im freien Westen über die Staatsgewalt verfügen, zu freiem Gebrauch frei Haus. Welch Wahnsinn!“ (Der Doppelanschlag von Oslo: „Ist’s Wahnsinn auch, so hat es doch Methode.“[<a class="footnote-identifier-link footnote-link" href="http://www.hagalil.com/archiv/2011/08/03/breivik-2/#footnote_0_21307" id="identifier_0_21307" title="http://www.fhuisken.de/oslo.pdf ">01</a>]</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Liberale, die sich ihren eigenen Menschenverstand vom gesunden noch nicht ganz austreiben haben lassen, beschränken sich einstweilen darauf, Politiker und Publizisten zur Besonnenheit, zum Innehalten und zur „ideellen Selbsthygiene“ zu ermahnen. Richard Herzinger in der <em>Welt</em>sieht nun auch die „Islamkritik“ in der Pflicht, sich ihrerseits vom Terrorismus zu distanzieren – nicht anders als die anderen politischen Milieus heutiger Demokratie, ob es nun Linke oder Muslime seien: Nur wenn er „in dem jeweils ‚eigenen’ Milieu, in dem er Rückhalt sucht, systematisch isoliert und geächtet wird, kann er erfolgreich ausgetrocknet werden. In diesem Sinne bedeutete es kein irgendwie geartetes Schuldeingeständnis und wäre kein Ausdruck schlechten Gewissens, wenn ‚Rechtspopulisten’ und andere Verfechter der These, wir seien akut von ‚Islamisierung’ und ‚Multikulturalismus’ bedroht, den Schock von Oslo zum Anlass nähmen, sich deutlicher als bisher von apokalyptischen Untergangsphantasien und hasserfüllter Endzeit-Paranoia loszusagen.“ („Geht euren Phrasen nach“, Die Welt, 27.7.2011) Das heißt, Herzinger beruft sich auf die „Grundwerte unserer demokratischen Zivilisation insgesamt“. Elementare Säulen dieser Werte seien „die Tugenden der Mäßigung und Selbstdisziplinierung, die gegen die Überschreitung der Grenzen zu Terminologie und Tonfall des Hasses sensibilisieren. Nicht jeden Affekt, und entstammt er auch noch so tiefer Überzeugung, die ganze Wahrheit erkannt zu haben, ungefiltert und ohne Rücksicht auf die Folgen in die Welt zu schreien, bedeutet keine Einschränkung der Meinungsfreiheit, sondern im Gegenteil ihre aktive Pflege.“ Soweit diese Diätetik nur abstrakt den Grad, die Intensität, die Gefühle des Handelns betrifft, nicht aber deren Inhalte, klingt sie ein wenig wie die Spießermoral „Alles mit Maß und Ziel“ und könnte auch als Aufruf zum Appeasement missverstanden werden.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Dabei ist nun das Manifest von Brevik, was seine politischen Ziele betrifft, keineswegs von messianischen Untergangsphantasien erfüllt oder von totalitären Vorstellungen von Demokratie, wie auch Caroline Click unter Bezugnahmen auf Talmons historische Untersuchungen zu erkennen meint.[<a class="footnote-identifier-link footnote-link" href="http://www.hagalil.com/archiv/2011/08/03/breivik-2/#footnote_1_21307" id="identifier_1_21307" title="http://www.carolineglick.com/e/2011/07/breivik-and-totalitarian-democ.php">02</a>] Das Zukunftsideal des irren Massenmörders widerspricht nicht unbedingt dem, was auch manche antitotalitär gesinnte Demokraten wollen: Favorisiert wird ein Zustand, den etwa Südkorea und Japan erreicht haben, oder eine Ordnung, wie sie Europa vor dem Ersten Weltkrieg kennzeichnete. Von christlichem Fundamentalismus kann insofern keine Rede sein, als sich kein ausgeprägter Bezug zur Bibel oder zu Jesus Christus erkennen lässt. Die Apokalypse erscheint – ähnlich wie bei Carl Schmitt nach 1945 – nur als notwendiger Durchgangspunkt auf dem Weg ins 19. Jahrhundert, an dem Breivik nicht zuletzt die Unterordnung der Frau im Rahmen der Kleinfamilie schätzt.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Dafür überträgt sich die apokalyptische Phantasie sofort auf die Öffentlichkeit, die über Manifest und Anschlag berichtet: Man malt eine Welle antiislamischen Gegenterrorismus an die Wand; die gewaltbereite Szene rechter und nationalistischer Gruppen werde sich nun an der Tat Breiviks orientieren und zum bevorstehenden endzeitlichen Gefecht zur Verteidigung des Abendlands gegen Islamisierung und multikulturelle Zersetzung rüsten. Die Erkenntnis, dass es sich um die Tat und das Manifest eines Einzelnen handelt, eines Einzeltäters im eminenten Sinn, wird dabei hintertrieben, auch wenn die Ermittlungen der Polizei und die Kommentare von Psychiatern genau darauf hinauslaufen. Die Berichterstattung scheint von der Intention besessen, die Unterschiede zwischen diesem vereinzelten antislamisch motivierten Anschlag und den systematischen islamischen Attentaten der letzten Jahrzehnte möglichst rasch zu verwischen und alle Proportionen zu beseitigen, als sollte der Eindruck erzeugt werden, es wäre mit Breiviks monströsem Amoklauf aufgewogen, was der massenhafte Amoklauf des <em>Jihad</em> an Leid über die Menschheit gebracht hat und weiterhin bringt. Wie groß muss da das Bedürfnis der Öffentlichkeit nach einer solchen Tat gewesen sein – und woher kommt es, wäre zu fragen. Schließlich fehlten nur noch die Verschwörungstheorien, die natürlich nicht lange auf sich warten ließen, wonach Israel hinter dem Anschlag stecke – oder in der gemäßigten Form wie im <em>Spiegel</em>, für den Breivik zeige, „wie weit verzweigt das Netzwerk rechtspopulistischer Gruppen und Parteien in Europa tatsächlich“ sei, es reiche „vom Front National in Frankreich über Vlaams Belang in Belgien bis zur Freiheitlichen Partei Österreichs“ – und es sei Israel, das an dieser Rechten „Interesse“ habe.[<a class="footnote-identifier-link footnote-link" href="http://www.hagalil.com/archiv/2011/08/03/breivik-2/#footnote_2_21307" id="identifier_2_21307" title="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,777210,00.html">03</a>]</p>
<p style="padding-left: 0px; "><span>Der Kern des Manifestes</span></p>
<p style="padding-left: 0px; ">Ist es auch die Methode eines Einzeltäters, so besitzt sie dennoch den Wahn des Kollektivs. Darauf stößt auch Richard Herzinger, wenn er über Breivik schreibt, es sei nicht mehr von der Hand zu weisen, dass sich „fanatische Randgruppen unter dem Vorwand der Angst vor der (Selbst-)Auslöschung des ‚christlichen Abendlandes’ ihren islamistischen Antipoden – deren paranoiden Wahn sie in Wahrheit teilen – angleichen und ihre Methoden übernehmen könnten“. Die Nähe zum Amoklauf hat hier ihren Ursprung: Denn jene Angleichung an den jihadistischen Antipoden ist durchaus nicht möglich ohne entsprechende Ideologie, ohne den Zusammenhalt des islamisch geprägten Rackets; oder besser gesagt, sie kann ohne solche Voraussetzungen überhaupt nur in Gestalt eines psychopathischen Einzeltäters vollzogen werden, der den Amoklauf gegen einen ganzen Staat versucht, eines Führers ohne Masse, dessen Phantasien in ihrer Kombination so abstrus und „idiotisch“, d.h.: vereinzelt und verborgen sind, dass er sie mit anderen, gar mit einer längerfristig bestehenden Gruppe von Fanatikern, nicht mehr teilen kann. So musste er einen ganzen Koran selber schreiben, bzw. aus Zitaten der verschiedensten Websites zusammenmontieren, den kaum einer gelesen hätte ohne seine Tat; so war er genötigt, sich widerstandslos festnehmen zu lassen, statt wie ein Jihadist sich selbst zu opfern, um nur ja noch einmal Gelegenheit zu bekommen, seine Motive öffentlich darzulegen und das am besten in einer seiner Phantasie-Uniformen.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Das Auffälligste an Breiviks Mimikry ist jedoch, dass er den Hass auf die Juden nur fragmentarisch nachvollzieht (was die Medien in ihrer Berichterstattung dazu nützten, ihn ganz zu unterschlagen). Sein gesamtes Manifest folgt geradezu dem Prinzip, von den Antisemiten bis ins Detail der Ressentiments möglichst viel zu übernehmen – so vor allem das Feindbild, worin „Marxisten“ und „kapitalistische Globalisten“ ineinander aufgehen, aber auch die spezifisch ausgeprägte Polemik gegen die Emanzipation der Frauen –, nur nicht den Antisemitismus selbst dabei ins Zentrum zu rücken. Dadurch wird es möglich, dass er sich positiv auf Henryk Broder und Imre Kertész beruft (freilich nur, soweit sie nicht über die Shoah sondern von europäischen Werten sprechen); die Juden, die Israel unterstützen sogar als seine Brüder bezeichnet; und statt vom Judentum, das die abendländischen  Werte zersetze, lieber von der Frankfurter Schule spricht, die genau damit begonnen habe. Von Hitler aber, den er eigentlich ablehnt wie die gesamte Ordnung, die sich nach dem Ersten Weltkrieg etabliert hat, zitiert er zustimmend die hohe Meinung über Karl Martell, der das Abendland rettete.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Wo es gegen den Islam geht, versteht das Manifest demnach die Juden im selben Sinn wie Hitler als Bündnispartner. So sieht die Parteinahme für Israel aus: Breivik gehört zwar nicht zu den Holocaust-Leugnern, aber es ist ihm allererst um Relativierung der Vernichtung der europäischen Juden zu tun: „The ‚holocaust religion’ has grown into a destructive anti-European monster, which prevents nationalistic doctrines from emerging. And without nationalistic doctrines, Europe will wither and die, which we are seeing today. It’s quite ironic that even Israel would appear to have become a victim of it. Needless to say, while I am a strong supporter of Israel and of all patriotic Jews I acknowledge that the anti-European holocaust religion must be deconstructed, and instead replaced with an anti-Islamic version. After all we are talking about a disproportion of 6 million killed Jews vs. 300 million massacred Jews/Christians/Hindus/Buddhists/Zoroastrians/Animists. As of now, the “holocaust religion” is one of the major factors that are making Europe vulnerable and susceptible for Islamic conquest through demographical warfare.”</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Israel wird also nicht seinem Wesen nach als Zufluchtsstätte der Juden vor dem Antisemitismus betrachtet, sondern als Bollwerk gegen den Islam, die Grundlage des Staats wird ignoriert und ebenso der Hauptgrund dafür, den radikalen Islam zu bekämpfen: die von diesem Islam drohende Wiederholung von Auschwitz. (Die Stellen, wo das Manifest sich gezwungen sieht, den Status Israels als Reaktion auf den europäischen „Anti-Judaismus“ irgendwie anzuerkennen, sind darum etwa nach dem Muster formuliert: Nur unter der Voraussetzung, man akzeptiert, dass der Islam an allem schuld ist, kann auch dieser Status akzeptiert werden.) Eben darin zeigt sich, dass Breivik selbst durch und durch Antisemit ist, was <em>en passant</em> auch ganz offen hervortritt – so gerade, wenn das Manifest herauszustreichen sucht, es gebe in Westeuropa „kein Judenproblem“. In den USA allerdings verhalte es sich da anders, und wenn hier die Warnung angefügt wird, „nicht den gleichen Fehler wie die NSDAP“ zu machen, dann bezieht sich das auf Europa, während für die USA Hitlers Methode offenkundig nicht ausgeschlossen bleibt und zwar gegenüber denjenigen Juden, die sich, statt nach Israel zu gehen, assimilieren wollen.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Die Imitation des jihadistischen Antipoden, die Breivik vollführt, geschieht durch Projektion vom Standpunkt Israels aus, der aber nicht nur bloß willkürlich bezogen, sondern dessen eigenste Grundlage <em>in toto</em> missachtet wird und werden muss: die Notwendigkeit einer Zufluchtsstätte für Jüdinnen und Juden. Denn Breivik selber ist als Antisemit Bestandteil dieser Notwendigkeit. Durch die Parteinahme für Israel ist er in der Logik seines Wahns lediglich gezwungen, den Hass auf die Juden vordergründig herabzustufen. Eben dadurch fehlt ihm wiederum der Zusammenhalt der fanatischen Gruppe, der anzugleichen seine Propaganda der Tat doch unternimmt. Die politische Synthese ist nicht möglich, insofern erst dieser Hass die vielen vereinzelten Fanatiker zur politischen Kraft und zum terroristischen Racket vereinigt. Und es ist gerade der Neid auf die Gemeinschaft enragierter Muslime und die Schlagkraft und Gewalttätigkeit ihrer Rackets, die den Attentäter von Oslo umtreibt. Der auf Gewalt sinnende Antisemit, der für Israel Partei ergreift, bleibt notwenig ganz isoliert. (So war für ihn auch in der norwegischen „Fortschrittspartei“ schließlich kein Platz mehr.) Also phantasiert er Gemeinschaft und Racket herbei und entwickelt dabei die infantilsten Vorstellungen. Jihadist des Westens, der nur als Psychopath Wirklichkeit wird, hascht er im Sortiment der Kulturindustrie nach den unterschiedlichsten Kostümen und posiert als Tempelritter-Animation, Putin-Doppelgänger mit Orden, Marxistenkiller im Kampfanzug mit vorgehaltenem Gewehr.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Aber beliebig ist das alles dennoch nicht: Breivik hat bis zur letzten Konsequenz vorgeführt, was es heißt, wenn ein Antisemit für Israel Partei ergreift. Er verwandelt sich genau in das Monster, das die Antizionisten in Israel verkörpert sehen wollen. Die Jugendlichen der sozialdemokratischen Jugend, die er tötete, übten sich auf ihrer Ferieninsel in antizionistischer Solidarität mit den Palästinensern und der Free Gaza Flotte, und (wie einige wenige Medien berichteten) als der Massenmörder sie jagte, glaubten manche von ihnen noch, es handle sich um eine zur politischen Belehrung inszenierte Vorführung israelischen „Staatsterrors“, und fielen ihm darum umso leichter zum Opfer.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">In ihrer Ungeheuerlichkeit übertrifft Breiviks Tat jene, die wirklich als seine Vorgänger gelten könnten, den „Una-Bomber“ Ted Kaczynski in den USA, von dem er auch einiges in sein Manifest übernommen hat, oder den Briefbombenattentäter aus der Steiermark Franz Fuchs, der sich als „Bajuwarische Befreiungsarmee“ ausgegeben hatte. Diese Steigerung hängt fraglos mit dem neuen Bezugspunkt zusammen, den Breivik besitzt, mit der übermächtigen Konkurrenz, die er in den jihadistischen Rackets erblickt. Der Una-Bomber nahm in seinem Irrsinn noch die technologische Elite ins Visier, um gegen die Umweltverschmutzung zu kämpfen; die „Bajuwarische Befreiungsarmee“ eröffnete ihren wahnhaften „Partisanenkampf“ gegen die ‚Verschmutzung’ des „Volks“. Gemeinsam ist ihnen, dass hier das Politische sich aus einem bestimmten Grund nur noch unmittelbar aus ihrer individuellen Psychopathologie erschließen lässt: Dieser Grund besteht darin, dass ihnen etwas fehlt, was sie erst zur fanatischen Gemeinschaft und zum terroristischen Racket befähigen würde. Daraus resultiert eine Gefährlichkeit, die sich mit politischen Mitteln im Grunde nicht bekämpfen lässt, sondern nur mit Psychiatrie und Polizei.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Andererseits bleibt die Frage, ob solche Attentäter gerade darin nicht wiederum etwas Politisches verkörpern; ob Breivik, eben strikt als Psychopath betrachtet, den gegenwärtigen Zustand bestimmter Kräfte, die unters Schlagwort Rechtspopulismus subsumiert werden, in extrem verzerrten Zügen widerspiegelt. Aber auch da wäre zu präzisieren: Sein Manifest beruft sich in ähnlicher Weise auf Geert Wilders wie auf eine „Wiener Schule“, worunter wohl die FPÖ gemeint sein dürfte. Der Punkt, der in Breiviks Manifest keine Wichtigkeit bekommen darf, von dem aus sich aber die Methode seines Wahns erst erschließt, wäre auch hier der entscheidende, um zu differenzieren. Offiziell antisemitisch zu sein, ist fast überall mehr oder weniger tabu. Den Hass auf die Juden aber hinter dem Hass der Jihadisten auf das Abendland zum Verschwinden zu bringen und die „Holocaust-Religion“ zu dekonstruieren, weil sie Deutschland und dem Nationalismus in Europa schade, wie Breiviks Manifest es fordert, dieses Manöver ist der Verfassung des postnazistischen Subjekts, postnazistisch im engsten Sinn verstanden, wie angemessen, denn die Leistungen der Vergangenheit, die in der Vernichtung der Juden kulminierten, dürfen unter keinen Umständen, auch nicht im Konkurrenzkampf mit dem Islam, angetastet werden, weil sie die Grundlage der eigenen Gesellschaft sind. Es entspricht auch exakt der aktuellen Politik der FPÖ, die neuerdings eine Wende im Verhältnis zu Israel herbeizuführen sucht, ohne darum etwa die Sympathien für die Politik der Islamischen Republik Iran preiszugeben. Das Problem ist nur, dass es sich hierbei noch immer um eine Partei und nicht um das Hirn eines Psychopathen handelt, und das bedeutet für ihre Funktionäre und Mitglieder, dass sie sich zwangsläufig in heillose Widersprüche verwickeln, kaum noch zu einer längerfristig geltenden Parteilinie zusammenfinden können, in einem Chaos der gegensätzlichen Parteitaktiken sich untereinander isolieren, zusammengehalten nur durch das Grinsen ihres Führers H. C. Strache. Aber auch das entspricht der Verfassung des postnazistischen Subjekts, und so kann die Partei, je mehr sie diffundiert, vermutlich mit umso mehr Zuspruch aus der Bevölkerung rechnen, die sich ebenso nach dem Ausnahmezustand sehnt wie sie ihn fürchtet.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Breivik ist der terroristische Quisling dieses postnazistischen Subjekts. Nicht die Fehler der NSDAP wiederholen: das ist der Kern seiner Methode – und zum Ungeheuerlichen dieser Methode gehört auch, wie viel an Vorwand sie dem linken Antisemitismus liefert und noch liefern wird.</p>
<p style="padding-left: 0px; "><em>Über den Autor: Gerhard Scheit hat nach einem Musikstudium Theaterwissenschaft, Germanistik, Philosophie und Musik in Wien und Berlin studiert. Er hat an mehreren Universitäten in Österreich gelehrt und lebt als freier Autor und Essayist in Wien. Seine Forschungsschwerpunkte bildeten zunächst Geschichte von Drama und Musikdrama sowie Antisemitismus in Literatur- und Musikgeschichte, seit Mitte der 1990er Jahre Studien zu einer kritischen Theorie des Staats- und des Völkerrechts. Ausgehend von Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Franz Neumann betrachtet er die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie wie die Freudsche Psychoanalyse als Voraussetzung gesellschaftskritischer Analyse. Er publiziert in den 1990er Jahren regelmäßig in der Zeitschrift konkret, später vor allem in der antideutschen Zeitschrift Bahamas und auf der Webseite Café-Critique. Scheit gab mehrere Bände der bei Klett-Cotta erschienenen Werkausgabe des Schriftstellers Jean Améry heraus.</em></p>
<p style="padding-left: 0px; ">Die Linken ergreifen die Gelegenheit, von der Tat und vom Leid selbst sich gleich wieder abzuwenden: Dem gesunden Hausverstand, den Freerk Huisken besitzt, erscheint die Methode dieses Wahnsinns nämlich völlig identisch mit der, als ganz normal angesehenen Methode rechter Politiker, „die Kriege gegen islamisch geführte Staaten anzetteln (…) und den Anhängern des in Terrorismusverdacht geratenen Glaubens in den europäischen Metropolen per Staatsgewalt – z.B. durch Bourka- bzw. Kopftuchverbot – die Schönheiten und Herrlichkeiten der europäische Kultur aufzwingen“. Die imperialistischen Politiker hätten es dabei nur „nicht nötig, dafür in Hinterhöfen aus Dünger Bomben zu basteln. Diese und vieles andere liefert die internationale Rüstungsindustrie den Damen und Herren, die im freien Westen über die Staatsgewalt verfügen, zu freiem Gebrauch frei Haus. Welch Wahnsinn!“ (Der Doppelanschlag von Oslo: „Ist’s Wahnsinn auch, so hat es doch Methode.“[<a class="footnote-identifier-link footnote-link" href="http://www.hagalil.com/archiv/2011/08/03/breivik-2/#footnote_0_21307" id="identifier_0_21307" title="http://www.fhuisken.de/oslo.pdf ">01</a>]</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Liberale, die sich ihren eigenen Menschenverstand vom gesunden noch nicht ganz austreiben haben lassen, beschränken sich einstweilen darauf, Politiker und Publizisten zur Besonnenheit, zum Innehalten und zur „ideellen Selbsthygiene“ zu ermahnen. Richard Herzinger in der <em>Welt</em>sieht nun auch die „Islamkritik“ in der Pflicht, sich ihrerseits vom Terrorismus zu distanzieren – nicht anders als die anderen politischen Milieus heutiger Demokratie, ob es nun Linke oder Muslime seien: Nur wenn er „in dem jeweils ‚eigenen’ Milieu, in dem er Rückhalt sucht, systematisch isoliert und geächtet wird, kann er erfolgreich ausgetrocknet werden. In diesem Sinne bedeutete es kein irgendwie geartetes Schuldeingeständnis und wäre kein Ausdruck schlechten Gewissens, wenn ‚Rechtspopulisten’ und andere Verfechter der These, wir seien akut von ‚Islamisierung’ und ‚Multikulturalismus’ bedroht, den Schock von Oslo zum Anlass nähmen, sich deutlicher als bisher von apokalyptischen Untergangsphantasien und hasserfüllter Endzeit-Paranoia loszusagen.“ („Geht euren Phrasen nach“, Die Welt, 27.7.2011) Das heißt, Herzinger beruft sich auf die „Grundwerte unserer demokratischen Zivilisation insgesamt“. Elementare Säulen dieser Werte seien „die Tugenden der Mäßigung und Selbstdisziplinierung, die gegen die Überschreitung der Grenzen zu Terminologie und Tonfall des Hasses sensibilisieren. Nicht jeden Affekt, und entstammt er auch noch so tiefer Überzeugung, die ganze Wahrheit erkannt zu haben, ungefiltert und ohne Rücksicht auf die Folgen in die Welt zu schreien, bedeutet keine Einschränkung der Meinungsfreiheit, sondern im Gegenteil ihre aktive Pflege.“ Soweit diese Diätetik nur abstrakt den Grad, die Intensität, die Gefühle des Handelns betrifft, nicht aber deren Inhalte, klingt sie ein wenig wie die Spießermoral „Alles mit Maß und Ziel“ und könnte auch als Aufruf zum Appeasement missverstanden werden.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Dabei ist nun das Manifest von Brevik, was seine politischen Ziele betrifft, keineswegs von messianischen Untergangsphantasien erfüllt oder von totalitären Vorstellungen von Demokratie, wie auch Caroline Click unter Bezugnahmen auf Talmons historische Untersuchungen zu erkennen meint.[<a class="footnote-identifier-link footnote-link" href="http://www.hagalil.com/archiv/2011/08/03/breivik-2/#footnote_1_21307" id="identifier_1_21307" title="http://www.carolineglick.com/e/2011/07/breivik-and-totalitarian-democ.php">02</a>] Das Zukunftsideal des irren Massenmörders widerspricht nicht unbedingt dem, was auch manche antitotalitär gesinnte Demokraten wollen: Favorisiert wird ein Zustand, den etwa Südkorea und Japan erreicht haben, oder eine Ordnung, wie sie Europa vor dem Ersten Weltkrieg kennzeichnete. Von christlichem Fundamentalismus kann insofern keine Rede sein, als sich kein ausgeprägter Bezug zur Bibel oder zu Jesus Christus erkennen lässt. Die Apokalypse erscheint – ähnlich wie bei Carl Schmitt nach 1945 – nur als notwendiger Durchgangspunkt auf dem Weg ins 19. Jahrhundert, an dem Breivik nicht zuletzt die Unterordnung der Frau im Rahmen der Kleinfamilie schätzt.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Dafür überträgt sich die apokalyptische Phantasie sofort auf die Öffentlichkeit, die über Manifest und Anschlag berichtet: Man malt eine Welle antiislamischen Gegenterrorismus an die Wand; die gewaltbereite Szene rechter und nationalistischer Gruppen werde sich nun an der Tat Breiviks orientieren und zum bevorstehenden endzeitlichen Gefecht zur Verteidigung des Abendlands gegen Islamisierung und multikulturelle Zersetzung rüsten. Die Erkenntnis, dass es sich um die Tat und das Manifest eines Einzelnen handelt, eines Einzeltäters im eminenten Sinn, wird dabei hintertrieben, auch wenn die Ermittlungen der Polizei und die Kommentare von Psychiatern genau darauf hinauslaufen. Die Berichterstattung scheint von der Intention besessen, die Unterschiede zwischen diesem vereinzelten antislamisch motivierten Anschlag und den systematischen islamischen Attentaten der letzten Jahrzehnte möglichst rasch zu verwischen und alle Proportionen zu beseitigen, als sollte der Eindruck erzeugt werden, es wäre mit Breiviks monströsem Amoklauf aufgewogen, was der massenhafte Amoklauf des <em>Jihad</em> an Leid über die Menschheit gebracht hat und weiterhin bringt. Wie groß muss da das Bedürfnis der Öffentlichkeit nach einer solchen Tat gewesen sein – und woher kommt es, wäre zu fragen. Schließlich fehlten nur noch die Verschwörungstheorien, die natürlich nicht lange auf sich warten ließen, wonach Israel hinter dem Anschlag stecke – oder in der gemäßigten Form wie im <em>Spiegel</em>, für den Breivik zeige, „wie weit verzweigt das Netzwerk rechtspopulistischer Gruppen und Parteien in Europa tatsächlich“ sei, es reiche „vom Front National in Frankreich über Vlaams Belang in Belgien bis zur Freiheitlichen Partei Österreichs“ – und es sei Israel, das an dieser Rechten „Interesse“ habe.[<a class="footnote-identifier-link footnote-link" href="http://www.hagalil.com/archiv/2011/08/03/breivik-2/#footnote_2_21307" id="identifier_2_21307" title="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,777210,00.html">03</a>]</p>
<p style="padding-left: 0px; "><span>Der Kern des Manifestes</span></p>
<p style="padding-left: 0px; ">Ist es auch die Methode eines Einzeltäters, so besitzt sie dennoch den Wahn des Kollektivs. Darauf stößt auch Richard Herzinger, wenn er über Breivik schreibt, es sei nicht mehr von der Hand zu weisen, dass sich „fanatische Randgruppen unter dem Vorwand der Angst vor der (Selbst-)Auslöschung des ‚christlichen Abendlandes’ ihren islamistischen Antipoden – deren paranoiden Wahn sie in Wahrheit teilen – angleichen und ihre Methoden übernehmen könnten“. Die Nähe zum Amoklauf hat hier ihren Ursprung: Denn jene Angleichung an den jihadistischen Antipoden ist durchaus nicht möglich ohne entsprechende Ideologie, ohne den Zusammenhalt des islamisch geprägten Rackets; oder besser gesagt, sie kann ohne solche Voraussetzungen überhaupt nur in Gestalt eines psychopathischen Einzeltäters vollzogen werden, der den Amoklauf gegen einen ganzen Staat versucht, eines Führers ohne Masse, dessen Phantasien in ihrer Kombination so abstrus und „idiotisch“, d.h.: vereinzelt und verborgen sind, dass er sie mit anderen, gar mit einer längerfristig bestehenden Gruppe von Fanatikern, nicht mehr teilen kann. So musste er einen ganzen Koran selber schreiben, bzw. aus Zitaten der verschiedensten Websites zusammenmontieren, den kaum einer gelesen hätte ohne seine Tat; so war er genötigt, sich widerstandslos festnehmen zu lassen, statt wie ein Jihadist sich selbst zu opfern, um nur ja noch einmal Gelegenheit zu bekommen, seine Motive öffentlich darzulegen und das am besten in einer seiner Phantasie-Uniformen.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Das Auffälligste an Breiviks Mimikry ist jedoch, dass er den Hass auf die Juden nur fragmentarisch nachvollzieht (was die Medien in ihrer Berichterstattung dazu nützten, ihn ganz zu unterschlagen). Sein gesamtes Manifest folgt geradezu dem Prinzip, von den Antisemiten bis ins Detail der Ressentiments möglichst viel zu übernehmen – so vor allem das Feindbild, worin „Marxisten“ und „kapitalistische Globalisten“ ineinander aufgehen, aber auch die spezifisch ausgeprägte Polemik gegen die Emanzipation der Frauen –, nur nicht den Antisemitismus selbst dabei ins Zentrum zu rücken. Dadurch wird es möglich, dass er sich positiv auf Henryk Broder und Imre Kertész beruft (freilich nur, soweit sie nicht über die Shoah sondern von europäischen Werten sprechen); die Juden, die Israel unterstützen sogar als seine Brüder bezeichnet; und statt vom Judentum, das die abendländischen  Werte zersetze, lieber von der Frankfurter Schule spricht, die genau damit begonnen habe. Von Hitler aber, den er eigentlich ablehnt wie die gesamte Ordnung, die sich nach dem Ersten Weltkrieg etabliert hat, zitiert er zustimmend die hohe Meinung über Karl Martell, der das Abendland rettete.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Wo es gegen den Islam geht, versteht das Manifest demnach die Juden im selben Sinn wie Hitler als Bündnispartner. So sieht die Parteinahme für Israel aus: Breivik gehört zwar nicht zu den Holocaust-Leugnern, aber es ist ihm allererst um Relativierung der Vernichtung der europäischen Juden zu tun: „The ‚holocaust religion’ has grown into a destructive anti-European monster, which prevents nationalistic doctrines from emerging. And without nationalistic doctrines, Europe will wither and die, which we are seeing today. It’s quite ironic that even Israel would appear to have become a victim of it. Needless to say, while I am a strong supporter of Israel and of all patriotic Jews I acknowledge that the anti-European holocaust religion must be deconstructed, and instead replaced with an anti-Islamic version. After all we are talking about a disproportion of 6 million killed Jews vs. 300 million massacred Jews/Christians/Hindus/Buddhists/Zoroastrians/Animists. As of now, the “holocaust religion” is one of the major factors that are making Europe vulnerable and susceptible for Islamic conquest through demographical warfare.”</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Israel wird also nicht seinem Wesen nach als Zufluchtsstätte der Juden vor dem Antisemitismus betrachtet, sondern als Bollwerk gegen den Islam, die Grundlage des Staats wird ignoriert und ebenso der Hauptgrund dafür, den radikalen Islam zu bekämpfen: die von diesem Islam drohende Wiederholung von Auschwitz. (Die Stellen, wo das Manifest sich gezwungen sieht, den Status Israels als Reaktion auf den europäischen „Anti-Judaismus“ irgendwie anzuerkennen, sind darum etwa nach dem Muster formuliert: Nur unter der Voraussetzung, man akzeptiert, dass der Islam an allem schuld ist, kann auch dieser Status akzeptiert werden.) Eben darin zeigt sich, dass Breivik selbst durch und durch Antisemit ist, was <em>en passant</em> auch ganz offen hervortritt – so gerade, wenn das Manifest herauszustreichen sucht, es gebe in Westeuropa „kein Judenproblem“. In den USA allerdings verhalte es sich da anders, und wenn hier die Warnung angefügt wird, „nicht den gleichen Fehler wie die NSDAP“ zu machen, dann bezieht sich das auf Europa, während für die USA Hitlers Methode offenkundig nicht ausgeschlossen bleibt und zwar gegenüber denjenigen Juden, die sich, statt nach Israel zu gehen, assimilieren wollen.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Die Imitation des jihadistischen Antipoden, die Breivik vollführt, geschieht durch Projektion vom Standpunkt Israels aus, der aber nicht nur bloß willkürlich bezogen, sondern dessen eigenste Grundlage <em>in toto</em> missachtet wird und werden muss: die Notwendigkeit einer Zufluchtsstätte für Jüdinnen und Juden. Denn Breivik selber ist als Antisemit Bestandteil dieser Notwendigkeit. Durch die Parteinahme für Israel ist er in der Logik seines Wahns lediglich gezwungen, den Hass auf die Juden vordergründig herabzustufen. Eben dadurch fehlt ihm wiederum der Zusammenhalt der fanatischen Gruppe, der anzugleichen seine Propaganda der Tat doch unternimmt. Die politische Synthese ist nicht möglich, insofern erst dieser Hass die vielen vereinzelten Fanatiker zur politischen Kraft und zum terroristischen Racket vereinigt. Und es ist gerade der Neid auf die Gemeinschaft enragierter Muslime und die Schlagkraft und Gewalttätigkeit ihrer Rackets, die den Attentäter von Oslo umtreibt. Der auf Gewalt sinnende Antisemit, der für Israel Partei ergreift, bleibt notwenig ganz isoliert. (So war für ihn auch in der norwegischen „Fortschrittspartei“ schließlich kein Platz mehr.) Also phantasiert er Gemeinschaft und Racket herbei und entwickelt dabei die infantilsten Vorstellungen. Jihadist des Westens, der nur als Psychopath Wirklichkeit wird, hascht er im Sortiment der Kulturindustrie nach den unterschiedlichsten Kostümen und posiert als Tempelritter-Animation, Putin-Doppelgänger mit Orden, Marxistenkiller im Kampfanzug mit vorgehaltenem Gewehr.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Aber beliebig ist das alles dennoch nicht: Breivik hat bis zur letzten Konsequenz vorgeführt, was es heißt, wenn ein Antisemit für Israel Partei ergreift. Er verwandelt sich genau in das Monster, das die Antizionisten in Israel verkörpert sehen wollen. Die Jugendlichen der sozialdemokratischen Jugend, die er tötete, übten sich auf ihrer Ferieninsel in antizionistischer Solidarität mit den Palästinensern und der Free Gaza Flotte, und (wie einige wenige Medien berichteten) als der Massenmörder sie jagte, glaubten manche von ihnen noch, es handle sich um eine zur politischen Belehrung inszenierte Vorführung israelischen „Staatsterrors“, und fielen ihm darum umso leichter zum Opfer.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">In ihrer Ungeheuerlichkeit übertrifft Breiviks Tat jene, die wirklich als seine Vorgänger gelten könnten, den „Una-Bomber“ Ted Kaczynski in den USA, von dem er auch einiges in sein Manifest übernommen hat, oder den Briefbombenattentäter aus der Steiermark Franz Fuchs, der sich als „Bajuwarische Befreiungsarmee“ ausgegeben hatte. Diese Steigerung hängt fraglos mit dem neuen Bezugspunkt zusammen, den Breivik besitzt, mit der übermächtigen Konkurrenz, die er in den jihadistischen Rackets erblickt. Der Una-Bomber nahm in seinem Irrsinn noch die technologische Elite ins Visier, um gegen die Umweltverschmutzung zu kämpfen; die „Bajuwarische Befreiungsarmee“ eröffnete ihren wahnhaften „Partisanenkampf“ gegen die ‚Verschmutzung’ des „Volks“. Gemeinsam ist ihnen, dass hier das Politische sich aus einem bestimmten Grund nur noch unmittelbar aus ihrer individuellen Psychopathologie erschließen lässt: Dieser Grund besteht darin, dass ihnen etwas fehlt, was sie erst zur fanatischen Gemeinschaft und zum terroristischen Racket befähigen würde. Daraus resultiert eine Gefährlichkeit, die sich mit politischen Mitteln im Grunde nicht bekämpfen lässt, sondern nur mit Psychiatrie und Polizei.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Andererseits bleibt die Frage, ob solche Attentäter gerade darin nicht wiederum etwas Politisches verkörpern; ob Breivik, eben strikt als Psychopath betrachtet, den gegenwärtigen Zustand bestimmter Kräfte, die unters Schlagwort Rechtspopulismus subsumiert werden, in extrem verzerrten Zügen widerspiegelt. Aber auch da wäre zu präzisieren: Sein Manifest beruft sich in ähnlicher Weise auf Geert Wilders wie auf eine „Wiener Schule“, worunter wohl die FPÖ gemeint sein dürfte. Der Punkt, der in Breiviks Manifest keine Wichtigkeit bekommen darf, von dem aus sich aber die Methode seines Wahns erst erschließt, wäre auch hier der entscheidende, um zu differenzieren. Offiziell antisemitisch zu sein, ist fast überall mehr oder weniger tabu. Den Hass auf die Juden aber hinter dem Hass der Jihadisten auf das Abendland zum Verschwinden zu bringen und die „Holocaust-Religion“ zu dekonstruieren, weil sie Deutschland und dem Nationalismus in Europa schade, wie Breiviks Manifest es fordert, dieses Manöver ist der Verfassung des postnazistischen Subjekts, postnazistisch im engsten Sinn verstanden, wie angemessen, denn die Leistungen der Vergangenheit, die in der Vernichtung der Juden kulminierten, dürfen unter keinen Umständen, auch nicht im Konkurrenzkampf mit dem Islam, angetastet werden, weil sie die Grundlage der eigenen Gesellschaft sind. Es entspricht auch exakt der aktuellen Politik der FPÖ, die neuerdings eine Wende im Verhältnis zu Israel herbeizuführen sucht, ohne darum etwa die Sympathien für die Politik der Islamischen Republik Iran preiszugeben. Das Problem ist nur, dass es sich hierbei noch immer um eine Partei und nicht um das Hirn eines Psychopathen handelt, und das bedeutet für ihre Funktionäre und Mitglieder, dass sie sich zwangsläufig in heillose Widersprüche verwickeln, kaum noch zu einer längerfristig geltenden Parteilinie zusammenfinden können, in einem Chaos der gegensätzlichen Parteitaktiken sich untereinander isolieren, zusammengehalten nur durch das Grinsen ihres Führers H. C. Strache. Aber auch das entspricht der Verfassung des postnazistischen Subjekts, und so kann die Partei, je mehr sie diffundiert, vermutlich mit umso mehr Zuspruch aus der Bevölkerung rechnen, die sich ebenso nach dem Ausnahmezustand sehnt wie sie ihn fürchtet.</p>
<p style="padding-left: 0px; ">Breivik ist der terroristische Quisling dieses postnazistischen Subjekts. Nicht die Fehler der NSDAP wiederholen: das ist der Kern seiner Methode – und zum Ungeheuerlichen dieser Methode gehört auch, wie viel an Vorwand sie dem linken Antisemitismus liefert und noch liefern wird.</p>
<p style="padding-left: 0px; "><em>Über den Autor: Gerhard Scheit hat nach einem Musikstudium Theaterwissenschaft, Germanistik, Philosophie und Musik in Wien und Berlin studiert. Er hat an mehreren Universitäten in Österreich gelehrt und lebt als freier Autor und Essayist in Wien. Seine Forschungsschwerpunkte bildeten zunächst Geschichte von Drama und Musikdrama sowie Antisemitismus in Literatur- und Musikgeschichte, seit Mitte der 1990er Jahre Studien zu einer kritischen Theorie des Staats- und des Völkerrechts. Ausgehend von Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Franz Neumann betrachtet er die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie wie die Freudsche Psychoanalyse als Voraussetzung gesellschaftskritischer Analyse. Er publiziert in den 1990er Jahren regelmäßig in der Zeitschrift konkret, später vor allem in der antideutschen Zeitschrift Bahamas und auf der Webseite Café-Critique. Scheit gab mehrere Bände der bei Klett-Cotta erschienenen Werkausgabe des Schriftstellers Jean Améry heraus.</em></p>
<p style="padding-left: 0px; "><em>(nach <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2011/08/03/breivik-2/">http://www.hagalil.com/archiv/2011/08/03/breivik-2/</a>)</em></p>
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    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Stefan Stautner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>Israel, Sport</dc:subject>
    
    
      <dc:subject>Islam</dc:subject>
    
    <dc:date>2011-08-08T15:48:37Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/aktuelles/pressemitteilung-falsche-freunde-1">
    <title>Pressemitteilung "Falsche Freunde"</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/aktuelles/pressemitteilung-falsche-freunde-1</link>
    <description>Am Mittwoch den 20.07.2011 lädt ein sogenanntes Münchner Bündnis gegen Antisemitismus zur Mahnwache gegen eine Mitgliederversammlung der Linkspartei ein. Wir weisen vorsorglich darauf hin, dass die Deutsch-Israelische Gesellschaft nichts mit dieser Veranstaltung zu tun hat und auch ausdrücklich nicht dazu aufruft.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Hinter dem Aufruf steht die "Die Freiheit", ein Sammelbecken verschiedenster rechter und xenophober Kräfte. Mit einem Programm, das sich dezidiert gegen Einwanderer muslimischen Glaubens richtet, orientiert sich diese Splitterpartei an rechtspopulistischen Bewegungen im europäischen Ausland und hofft damit ähnliche Erfolge zu erzielen. Der Vorstand der DIG München ist der Ansicht, dass die Solidarität mit Israel und die Bekämpfung des Antisemitismus nicht parteipolitisch missbraucht werden dürfen. Wir wenden uns dagegen, dass diese Themen gemeinsam mit Forderungen nach Minarettverbot und härterem Durchgreifen bei Schulschwänzern auf Stammtischniveau verhandelt werden.<br /><br />Einem wirksamen Kampf gegen die Diffamierung Israels, wie sie auch Teile der Linkspartei betreiben, wird damit Schaden zugefügt. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft AG München versteht sich als Organisation die „ohne Wenn und Aber“ an der Seite Israels steht. Israelsolidarität und das Eintreten gegen Antisemitismus darf nicht zu Wahlkampf- und Stammtischparolen verkommen.<br /><br />Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.<br /><br /><a href="http://www.dig-muenchen.de/aktuelles/" target="_blank">www.dig-muenchen.de</a> DIG, Postfach 101325, 80087 München, Tel: 089/45810936</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Stefan Stautner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-07-19T08:40:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.dig-muenchen.de/aktuelles/pressemitteilung-falsche-freunde">
    <title>Flyer der DIG zu Vorurteilen über Israel</title>
    <link>http://www.dig-muenchen.de/aktuelles/pressemitteilung-falsche-freunde</link>
    <description>Flyer gegen Vorurteile über Israel</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Einen sehr gut verständlichen Flyer mit Erwiderungen zu "typischen" Vorurteilen über Israel wurde federführend von der DIG Stuttgart erstellt.</p>
<p><a href="http://www.dig-muenchen.de/aktuelles/110502FlyerzuVorurteilengegenIsrael.pdf" class="internal-link">Sie finden den Flyer hier zum Runterladen!</a></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Stefan Stautner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-07-19T08:40:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
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