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07.01.2016

Junge Deutsche glauben, Schufa gehört Juden

Im Verhältnis zwischen Deutschland und Israel war 2015 Feststimmung angesagt: Vor 50 Jahren nahmen beide Länder diplomatische Beziehungen auf. Aus diesem Anlass werden die Repräsentanten beider Seiten nicht müde, die hervorragenden gegenseitigen Beziehungen zu loben und das "Wunder" zu preisen, dass nach der Schoah eine solch enge Partnerschaft Realität werden konnte. Doch leider enthält dieses strahlende Bild nicht die ganze Wahrheit. Denn sosehr es zutrifft, dass die deutsch-israelischen Beziehungen auf wirtschaftlichem, wissenschaftlichem, kulturellem und nicht zuletzt militärischem Gebiet besser und intensiver sind als je zuvor, so sehr zeigen sich in der schönen Fassade auch besorgniserregende Risse. Während sich das heutige Deutschland in Israel wachsender Beliebtheit erfreut, hat sich das Ansehen des jüdischen Staats bei den Deutschen in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechtert.

Junge Deutsche glauben, Schufa gehört Juden

Verstärkte Spannungen

Aber auch auf offizieller politischer Ebene mehren sich Anzeichen ernsthafter Entfremdung. Die meisten EU-Staaten geben geradezu manisch Israels Siedlungspolitik die Schuld daran, dass es mit dem israelisch-palästinensischen Frieden nichts werden will, und dringen auf einseitige Anerkennung eines Palästinenserstaats durch die EU.

Noch hält Berlin, traditionell Hauptfürsprecher Israels in Europa, andere Mitgliedsstaaten im Zaum, wenn es um Verurteilungen oder gar Strafmaßnahmen wie Warenboykotte oder Sanktionen gegen den jüdischen Staat geht. Doch mit der neuen Rechtsregierung in Israel sind verstärkte Spannungen auch mit Deutschland programmiert.

Zudem ließen im vergangenen Sommer hasserfüllte Antiisraeldemonstrationen mit Rufen wie "Juden ins Gas" auf deutschen Straßen die jüdischen Gemeinden erschaudern. Zu Terroranschlägen wie den auf einen jüdischen Supermarkt im Januar in Paris ist es hierzulande noch nicht gekommen, doch auch viele deutsche Juden fragen sich inzwischen ernsthaft, ob sie in diesem Land noch sicher sind oder ob es nicht ratsam sei, es Richtung Israel zu verlassen.

Hinter der Fassade der Israelkritik

So kommt das Buch von Georg M. Hafner und Esther Schapira zur rechten Zeit, um die amtliche Euphorie des deutsch-israelischen Jubeljahres ein wenig zu stören. Anhand einer deprimierend großen Menge von Beispielen machen die Autoren deutlich, wie weitverbreitet hierzulande offene und versteckte antijüdische Affekte und Ressentiments sind – die sich freilich meist hinter der vermeintlich ehrbareren Fassade der "Israelkritik" verbergen.

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Die Veranstaltung zur Buchvorstellung mit den beiden Autoren finden Sie hier.