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Die Strafverfolgung nationalsozialistischer Verbrechen in der frühen Bundesrepublik

Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Fast ziemlich beste Freunde. 50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel." Mit Henrike Claussen.
Wann 29.10.2015
von 19:00 bis 21:00
Wo Jüdisches Museum München, St.-Jakobs-Platz 16
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Henrike ClaussenDer von den Nationalsozialisten begangene Völkermord steht heute im
Zentrum der Erinnerung an die nationalsozialistischen Gewaltverbrechen. Das war jedoch nicht immer so. Gerade die juristische Aufarbeitung beschäftigte sich zunächst kaum mit dem Holocaust. Dies war möglicherweise einerseits durch ein unmittelbar nach dem Krieg vergleichsweise geringeres Wissen über die Dimension und Systemhaftigkeit des Massenmords begründet, vor allem aber führte die vorherrschende „Schlussstrichmentalität“ im Nachkriegsdeutschland zu einem System von Verdrängung und Leugnung, das erst mühsam aufgebrochen werden musste.

Der Vortrag beleuchtet die politischen und gesellschaftlichen Strukturen der frühen Bundesrepublik und setzt sie in Verbindung mit der Entwicklung der Strafverfolgung von NS-Tätern in Deutschland. Besonderes Augenmerk gilt dabei der übergreifenden Betrachtung aus historischer, juristischer und ethischer Perspektive, die einerseits verdeutlicht, welchen Beitrag Strafverfolgung zur Aufarbeitung von systematischen Menschheitsverbrechen leisten kann, aber gleichzeitig auch ihre Grenzen aufzeigt.

Henrike Claussen ist Leiterin des Memoriums Nürnberger Prozesse.

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