Sie sind hier: Startseite / Aktuelles / Tal der Wölfe: Eine Reinkarnation von Veit Harlan?
30.01.2011

Tal der Wölfe: Eine Reinkarnation von Veit Harlan?

Ab dem 27. Januar soll der türkische Film „Tal der Wölfe – Palästina“ in über zwanzig Ländern im Kino gezeigt werden. Es handelt sich hier primär um einen antisemitischen Propaganda-Film, worin Israel und die israelischen Verteidigungskräfte als blutrünstig und verbrecherisch dargestellt werden.

Der Drehbuchautor Bahadir Özdener kündigt an: „Die Zuschauer werden nach dem Kinobesuch sagen: Ja, ich verstehe das tragische Elend der Palästinenser. Ich kenne die Schuldigen. Das ist ein Regime, das seine Hände im Blut wäscht; ein System, das blind ist und die zionistische Ideologie verkörpert.“ Die manichäistische Machart des Films evoziert beim Zuschauer die absolute Identifizierung mit dem Türkentum und der sogenannten palästinensischen Volksbefreiung. Zugleich findet eine Delegitimierung und Dämonisierung Israels statt.

Das Szenario des Action-Films ist der Wunsch nach einem Rachefeldzug im medialen Propagandakrieg gegen Israel. In der Türkei dürfte dieser Wunsch eine majoritäre Stellung genießen. Die Ereignisse auf der Mavi Marmara am 31. Mai 2010 repräsentieren die Kulisse für den Film. Der Film inszeniert eine fiktive Fortsetzung eines tatsächlichen Ereignisses. Die Free-Gaza-Bewegung – eine bunte Mischung aus türkischen Faschisten, Islamisten, Gutmenschen und Prominenz – wurde von der israelischen Marine nach mehrmaligen Aufforderungen, die Route zu verändern, gewaltsam daran gehindert,die Blockade des Gaza-Streifens zu durchbrechen. Auf der Mavi Marmara befanden sich Terroristen, die ihren Märtyrertod vorher angekündigt hatten. Neun Türken starben im Kampf. Hauptdarsteller des Films ist Necati Sasmaz. Er spielt den türkischen Agenten Polat Almedar, der in europäischen Berichterstattung oft beschwichtigend mit Rambo oder James Bond verglichen wird, und genießt in der Türkei Starkult. Sein persönlicher Standpunkt deckt sich mit dem des von ihm gespielten Agenten: „Wir sprechen Dinge an, die keiner hören will. So machen wir denen Angst, die schuldig sind.“ Die story-line ist schnell erzählt: Das Aufsuchen und Eliminieren desjenigen Kommandanten, der für das militärische Eingreifen der israelischen Marine verantwortlich ist.

Als sei der Film selbst noch nicht ausreichend scheußlich, ist der Kinostart auf den 27. Januar gelegt worden. Diese Geschmacklosigkeit wird in antizionistischen Kreisen Wohlgefallen auslösen, herrscht dort doch Konsens über die antisemitische Phantasmagorie, wonach der Gaza-Streifen das gegenwärtige Auschwitz sei.

(...)

weiterlesen auf www.hagalil.com