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08.01.2013

Richard-Wagner-Jahr: Kein Grund zum Feiern

Deutschland bejubelt 2013 einen seiner rabiatesten Judenhasser.

Richard-Wagner-Jahr: Kein Grund zum Feiern

Wagner-Büste in Bayreuth

Richard-Wagner-Jahr: Kein Grund zum Feiern

Der Kulturbetrieb begeht 2013 das 200-jährige Jubiläum eines Problems: Richard Wagner, der größte Komponist unter den Antisemiten und der größte Antisemit unter den Komponisten, wurde am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren. Die Auseinandersetzung mit seiner Judäophobie wird wahrscheinlich wieder nur den Charakter einer Pflichtübung annehmen – um desto ungestörter vor ihm das Knie beugen zu können.

Es verwundert stets aufs Neue, wie bei Wagner Kunst und Person gegeneinander aufgerechnet werden, mit dem Ziel, die Kunst vor ihrem Schöpfer in Schutz zu nehmen. Wenn zum Beispiel Daniel Barenboim von den »berüchtigten inakzeptablen antisemitischen Äußerungen« spricht, ist das eine unzulässige Beschönigung. Wagners Antisemitismus beschränkt sich keineswegs auf einige »Äußerungen«. Er ist im Gegenteil ein wesentlicher Bestandteil seines Denkens (wovor die Wagner-Philologie immer noch die Augen schließt).

Theodor W. Adorno notiert in seinem »Versuch über Wagner«, des Komponisten Judenhass versammle »alle Ingredienzien des späteren in sich. Der Hass führt so weit, dass die Nachricht vom Tode von 400 Juden beim Wiener Ringtheaterbrand ihn zu Witzen inspirierte. Selbst den Gedanken von der Vernichtung der Juden hat er bereits konzipiert.« Wagners Judenfeindschaft ist weit entfernt davon, eine vernachlässigbare Größe zu sein. Er gehört zu den Ersten, die in den theologisch und sozial-ökonomisch geprägten Antijudaismus einen völkisch-rassistischen Ton bringen.

Um das »unwillkürlich Abstoßende des jüdischen Wesens« zu erklären, verweist der Komponist schon in seiner ersten (und bekanntesten) Schmähschrift Das Judentum in der Musik (1850) auf einen »unbesieglichen« und »instinktmäßigen Widerwillen gegen das jüdische Wesen«, von dem Nichtjuden, selbst wenn sie es wollten, sich schlechterdings nicht befreien könnten. Wagner hofft, diese... hier weiterlesen

Quelle: Jüdische Allgemeine