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05.04.2011

Israel zu Unrecht vorverurteilt

Zu dem am vergangenen Freitag in der Washington Post veröffentlichten Meinungsartikel von Richard Goldstone erklären Marieluise Beck, Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft,und Volker Beck, Sprecher für Menschenrechtspolitik der Grünen:

Alle jene, die den Goldstone-Bericht zu einer einseitigen Kritik an
Israel missbraucht haben, sollten nun innehalten und ihr Verhalten
überdenken. Seit der Veröffentlichung des Goldstone Berichts zum
Gaza-Krieg 2008/2009 ist Israel wieder und wieder als eigentlicher
Störenfried des Nahen Ostens benannt worden. Der Goldstone Bericht -
immerhin im Auftrag der UN erstellt - schien dafür eine objektive, und
damit unbestreitbare, Grundlage zu sein. Nun ist er in vielen Punkten
hinfällig. Insofern stockt einem der Atem, wenn wie jetzt in der
Washington Post geschehen, der Autor Richard Goldstone bekennt, er würde
mit seinem heutigen Kenntnisstand diesen Bericht so nicht mehr
verfassen. Sein Zugeständnis, dass Israel im Gaza-Krieg, anders als
bisher behauptet, bewusst keine Zivilisten angegriffen habe,
unterscheidet die israelische Politik deutlich von der rücksichtlosen
Politik der Hamas.

Die Tatsache, dass der Goldstone Bericht immer und immer wieder zum
Vorwurf für eine einseitige Kritik an Israel her halten musste, belegt,
belegt wie vorurteilsbehaftet viele Staaten und deren Bevölkerung nach
wie vor gegenüber Israel sind. Dass der UN-Menschenrechtsrat, in dem
Männer wie der iranische Präsident Ahmadinedschad Hetzreden gegen Israel
halten dürfen,dabei keine rühmliche Rolle spielt, ist hinlänglich bekannt.

Artikel von Goldstone in deutscher Übersetzung